Motorische Kompetenzen umfassen Feinmotorik, Grobmotorik, Wahrnehmung und Koordination. Hier ein paar Infos und Tipps zur Feinmotorik. Sehr gut ist die Entwicklung der Feinmotorik beim Häkeln zu beobachten, deswegen zeige ich dir ein paar Beispiele aus diesem Bereich.

Vor der Feinmotorik gelingt die Grobmotorik besser. Aber bereits ab dem 4. Lebensjahr wird die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder immer länger, wodurch auch die feinmotorische Geschicklichkeit verbessert werden kann.
Im Atelier beginnen die Kinder ohne Häkelerfahrung mit den Luftmaschen. Bereits diese kleinen, sich immer wiederholenden Bewegungen erfordern oft eine hohe Konzentration. Kinder mit einer guten Körperspannung fällt diese Übung meist leichter. Auch die Geduld wird hier oft auf die Probe gestellt. Wer durchhält, wird am Ende mit einer langen Luftmaschenkette belohnt, die sichtbar immer schönere Maschen zeigt.

Feinmotorik umfasst alle gezielt koordinierten, kleinräumigen, besonders differenzierten Bewegungen, vor allem der Hände und Finger.
Wenn die feinen Bewegungen mit der Hand bereits früh trainiert werden, fällt später in der Schule auch das Schreiben leichter. Denn auch hier sind feinmotorische Bewegungen erforderlich.
Ältere Kinder halten sich nicht lange mit den Luftmaschen auf. Sie möchten größere und anspruchsvollere Projekte umsetzen, wie z.B. einen Toast häkeln. Flache Werkstücke sind ideal um feste Maschen zu üben.
Kinder, die einmal mit diesen Maschen begonnen haben, können oft gar nicht mehr aufhören damit. Sie wollen immer besser werden und häkeln daher immer weiter, manchmal auch das gleiche Projekt ein paar Mal. Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell sich das Maschenbild dadurch verbessert und die Werkstücke immer weniger Löcher und Unregelmäßigkeiten zeigen.

Sind die feinmotorischen Bewegungen, die bei festen Maschen benötigt werden einmal eingespeichert, gehen auch die weitern Maschenarten und das dreidimensionale Häkeln meist leicht von der Hand.
Nun können auch Anleitungen für größere Projekte und mehrteilige Werke zur Verfügung gestellt werden. Durch die immer neue Kombination von Maschen bei den unterschiedlichen Projekten kann auch immer noch etwas dazu gelernt werden.
Einige Kinder denken sich irgendwann eigene Werkstücke aus, die sie nach ihren Vorstellungen gestalten. Hier spielen dann alle Erfahrungen, die sie (unter anderem) zu Feinmotorik, Geduld und räumlicher Vorstellung gesammelt haben zusammen.
Meine Tipps:
- Lass dein Kindergartenkind bereits Erfahrungen mit feinmotorischen Bewegungen machen. In dieser Zeit können sie leicht gelernt und abgespeichert werden. Z.B. Arbeiten mit der Strickgabel.
- Sieh die Häkelarbeiten deines Kindes nicht nur als nette Beschäftigung, Feinmotorik-Training oder hübsche Deko. Im Gestaltungsprozess werden viele Fähigkeiten erworben, wie Geduld, Konzentration usw.
- Passe die zur Verfügung gestellten Anleitungen an die Fähigkeiten deines Kindes an. Wenn es feste Maschen schon gut kann, sind komplexere Projekte genau das Richtige.

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